Geschichte

Die Pfarrgemeinde St. Petrus Lastrup in ihrer heutigen Form besteht erst seit dem Jahr 2010. Am 26. August 2001 wurde mit einem Begegnungsfest im Dorfgemeinschaftshaus in Suhle die Fusion der drei Pfarrgemeinden eingeleitet.
Zur Erinnerung an diese erste Begegnung ließ Pfarrer Franz Wittrock am Suhler Gemeinschaftshaus einen Baum pflanzen.

St. Petrus Lastrup

– zusammengestellt von Hermann-Josef Geers –

Die Pfarrgemeinde St. Petrus Lastrup kann auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken.

Um ca. 1200 entstand wohl die erste Kirche.

Nachdem am 8.April 1858 ein Teil des Gewölbes dieser Kirche eingebrochen war, entschloss man sich unter Pfarrer Willenborg nach den Plänen von E. von Manger, Münster, eine neue Kirche zu bauen.

Es war die zweite neugotische Kirche (nach Holdorf) im Oldenburger Land. Von außen beeindrucken die einfachen Strukturen des Kirchenbaus und der pyramidenförmige Turmhelm. Mächtige zylindrische Pfeiler und ein hohes Gewölbe geben dem Inneren einen sakralen Charakter.

Kirche vor dem Umbau um 1970

Aus der alten Kirche übernahm man die Glocken von 1516 und 1518 (Petrus -und Marienglocke), die Apostelfiguren aus dem 14. Jahrhundert, den Taufbrunnen (1200)  und den Türbogen (1500), der sich heute hinten in der alten Kirche befindet.

Unter Pfarrer Josef Bunte begann man 1969 nach den Plänen des Architekten Alfons Boklage, Münster, mit dem Erweiterungsbau der Kirche. Dabei wurde der alte Chorraum abgerissen, wertvolle Fenster zerstört und so manche Heiligenfigur beschädigt, andere völlig zerstört, einige Statuen galten lange als verschollen.

Pfarrer Franz Wittrock, der über 20 Jahre segensreich in Lastrup gewirkt hat, gelang es, mehrere der verlorenen „Heiligen“ zurückzuholen. So kehrten Petrus und Paulus, die ehemals auf dem Hochaltar gestanden hatten, die Evangelisten von der Kanzel, St. Elisabeth und St. Agnes und einige Engel wieder heim.

Zentrale Stätten in der neuen Kirche wurden vom Bildhauer Josef Krautwald, Rheine, in Stein und Bronze gestaltet: Kreuz, Ambo, Altar, Tabernakel, Madonna, Deckel des Taufbrunnens, das bronzene Relief am alten Haupteingang und Kerzenständer.

Am 28. Februar 2010 fusionierten die Pfarrgemeinden St. Petrus Lastrup, St. Michael Kneheim und Herz -Jesu Hemmelte. Unter Pfarrer Franz Wittrock wurde schon am 26. August 2001 auf einem Begegnungsfest dieser drei Gemeinden in Suhle ein weißbunter Ahorn gepflanzt.

Seit dem 8. August 2010 leitet Pfarrer Günter Mleziva zusammen mit Pater Walter Körbes aus Calhorn den Pfarrverbund mit ca. 5.300 Gläubigen. 

Quelle: Walter Kloppenburg: Zwischen Hase und Hunte 1994 – Die neue Orgel von St. Peter 1989


Nach Fertigstellung des Anbaus wurde 1984 das Hauptportal der alten Kirche zugemauert und mit einem Bronzerelief versehen.

Das Relief zeigt im oberen Teil das himmlische Jerusalem – die Stadt auf dem Berge. Die einzelnen Bilder dieser Tür stellen das apostolische Glaubensbekenntnis dar, die Geschichte Gottes mit den Menschen.

Die Hand – Gott wendet sich den Menschen zu. Er reicht ihnen die Hand. Mächtig ist diese Hand für jeden, der sie ergreift.
Menschen – Vertrauend, betend und suchend wenden sich die Menschen an Gott und sind offen, von ihm zu empfangen.
Christi Geburt – Durch das „Ja“ Mariens tritt Jesus in diese Welt ein. Das Kind breitet die Arme aus. Sein Name ist Emanuel – Gott mit uns.
Christus am Kreuz – Beladen mit der Schuld der Menschen hängt Christus am Kreuz, hingegeben in den Tod.
Auferstehung – Gott hat Jesus auferweckt. Überwunden sind Sünde und Tod. Der, den sie bei den Toten wähnen, er lebt.
Der erhöhte Herr – Gott hat Christus in der Himmelfahrt an seine Seite geholt und ihm alle Macht übertragen. Das Kreuz, das ihn gebunden hat, hält er als Zeichen des Sieges in der Hand.
Geistsendung – Die Menschen bleiben nicht als Weisen zurück. Christus sendet uns seinen Geist. Er ist die Kraft Gottes in dieser Welt.
Kirche/Gemeinde – Der Geist schafft Einheit unter den Menschen. So wird Kirche, so wird Gemeinde Gottes.
Taufe – Die Taufe ist das sichtbare Zeichen für die Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche. Durch die Taufe werden wir Kinder Gottes, geboren aus seinem Geist.
Auferstehung von den Toten – Im Tod wird der Mensch nicht untergehen. Sind wir mit Christus gestorben, werden wir auch mit ihm auferstehen.
Das ist Versprechen, Zusage Gottes. Das ist Gewissheit aus dem Glauben. Amen.


Herz-Jesu-Hemmelte

– zusammengestellt von Josef Meyer –

Geschichte der Kirchengemeinde Herz-Jesu-Hemmelte

Im Mittelalter gab es in Hemmelte eine kleine Kapelle. Sie wurde erstmals 1543 erwähnt und im 30-jährigen Krieg zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte 1713 als Kapell- und Schulgebäude.  Es wurden 3 Gottesdienste im Jahr abgehalten, der erste Gottesdienst am Festtag der Hl. Drei Könige, der zweite am Mittwoch in der Karwoche und der dritte am Jahrestag der Kapellenweihe an Kirmes. Erst 1890 wurde Hemmelte eine Kapellengemeinde.

– Am 24. März 1890 gründen die Hemmelter ihre Kapellengemeinde. Erster Kaplan ist Clemens Kreienborg.
– 23 November 1893 Bauplan für den Kapellenneubau von Architekt Diekhaus aus Cloppenburg.
– Kirchenpatronat bis 1895 Hl. Drei Könige.

Mit dem Neubau der Kapelle und deren Einweihung am 19.09.1895 durch Pastor Grote aus Lastrup ändert sich das Patronat in Herz-Jesu.

Am 1.November 1899 wurde Kaplan Düvel nach Bösel versetzt und Kaplan August Heuer trat die Nachfolge an.

Der 4. Juni 1902 war für die junge Kapellengemeinde ein bedeutungsvoller Tag. Herr Weihbischof Graf von Galen nahm die Konsekration der Kapelle vor und spendete den Firmlingen der Kapellengemeinde das hl. Sakrament.

– 1938 – 1946 Kaplan Dr. Johannes Göken
– 1947 – 1952 Parrektor Bernhard Kohake.
– 1. Advent 1949 Einweihung der neuen Kaplanei ( Pfarrhaus).
– 9. Februar 1952 Errichtung der Pfarre in Hemmelte. Erster Pfarrer Heinrich Meyer, vorher Kaplan in Thüle.
– 23.03.1957 verstarb Pfarrer Heinrich Meyer.
– 18. Juni 1957 wurde Pfarrer Johannes Büscherhoff eingeführt.
– 1960 – 61 Erweiterungsbau der Kirche.

Weihnachten 1961 konnten die ersten Gottesdienste in der erweiterten Kirche gefeiert werden.
Am 8. Februar 1962 erfolgte die Einweihung des Erweiterungsbaus durch den Offizial Gravenhorst.

– 1972/73 Erwerb der alten Volksschule und Umbau zu einem  Dorf-und Jugendcentrum unter   Federführung der Kirchengemeinde.
– August 1980 Einführung von Pfarrer Günther Aschern.
– Ende 1989 wird Pfarrer Günther Aschern nach Markhausen versetzt.
– 1989 übernahm Pater Wilhelm Borg SDB aus Calhorn die Seelsorge in Hemmelte.
– Oktober 1990 Einweihung der Büchereiräume durch Pater Wigger aus Calhorn im ehemaligen Pfarrhaus.
– 3. Advent 1987 Weihe des erweiterten Kirch- und Parkplatzes.
– 1992 Errichtung des Kindergartens Herz-Jesu mit 2 Gruppen.
– 13.09.1992 Verabschiedung von Pater Borg aus gesundheitlichen Gründen.
– 01.09.1992 Pater Walter Körbes vom Haus Don Bosco in Calhorn übernimmt die Seelsorge in Hemmelte.
– 22. Februar 2010 Fusion der Pfarrgemeinden St-Petrus Lastrup, St.-Michael Kneheim und Herz-Jesu   Hemmelte zur neuen Pfarrgemeinde
  St-Petrus Lastrup.

Friedhof

Bis 1907 wurden die Verstorbenen aus Hemmelte in Lastrup beerdigt.
– 4. November 1907 Einweihung des Begräbnisplatzes neben der Kapelle.
– 22.Juli 1926 Letztes Begräbnis neben der Kapelle.
– 18. Sept. 1926 erste Beerdigung auf dem neuen Friedhof an der Bahnhofstraße.
– 1. August 1982 Einweihung der neuen Friedhofskapelle.


St. Michael Kneheim

– zusammengestellt von Alfred Dabek –

Entstehung und Geschichte der Kirche St. Michael in Kneheim

Die Bauerschaft Kneheim-Nieholte gehörte früher der großen, uralten Pfarrei St. Andreas Krapendorf (Cloppenburg) an. Auf lang gehegten Wunsch der zu jener Zeit rund 250 zählenden Bewohner von Kneheim-Nieholte erteilte das Bischöfliche Generalvikariat in Münster am 31.05.1801 die Genehmigung zur Errichtung einer Kapellengemeinde und damit gleichzeitig auch zum Bau einer Kapelle in Kneheim.

Mit großem Eifer machten sich die Bürger an den Bau der Kapelle, die schon nach einigen Monaten erstellt war und bereits am 25.09.1801 vom damaligen Dechanten der Mutterpfarrei Krapendorf eingeweiht wurde. Der Grundriss dieser ersten Kapelle war rechteckig, vermutlich ein Fachwerkbau, ohne Deckengewölbe, ohne Sakristei und Orgelempore. Die in der Kapellengemeinde jeweils tätigen Kapläne unterstanden dem Pfarrer der Mutterpfarrei; sie wohnten auch in Cloppenburg, da in Kneheim keine Kaplanswohnung vorhanden war. Im Jahre 1850 erhielt Kneheim die alte Cloppenburger Orgel. Dazu wurde die Kapelle in westlicher Richtung vergrößert, um die Orgelbühne in dem neuen Teil zu errichten.

Der alte Teil der Kapelle wurde 1856 erneuert und hinter dem Chorraum eine Sakristei angebaut. Gleichzeitig wurde ein Dachreitertürmchen errichtet und mit einer kleinen Glocke ausgestattet. Im Jahre 1868 wird ein Kaplanswohnhaus gebaut und fortan wohnte der jeweilige Geistliche nun hier am Ort.

Die Vergrößerung der Kapelle erfolgte im Jahre 1921 durch den Anbau des Querschiffes mit großzügigem Chorraum und Gewölbe. Damit hatte die Kapelle innen und außen das Aussehen einer echten Pfarrkirche und nun wurde die kirchliche Eigenständigkeit angestrebt, durch Loslösung von der Mutterpfarrei Krapendorf, hin zu einer selbständigen Pfarrgemeinde. Als dann 1924 noch ein eigener Friedhof angelegt war und die Kaplanei zu einer Pastorenwohnung umgebaut wurde, waren alle Voraussetzungen für die Erhebung zur Pfarrgemeinde erfüllt. Folglich wurde dann am 16.09. 1925 die staatliche Genehmigung zur Errichtung der Pfarrgemeinde St. Michael Kneheim erteilt. In Kurzform werden hier noch die bedeutsamen Veränderungen und größere Instandsetzungen an der Pfarrkirche und ihrer Ausstattung in chronologischer Folge genannt:

1927 – Chorfenster werden erneuert und ein Seitenaltar wird neu angeschafft.
1934 – Anschaffung einer neuen Orgel; Orgelbauer Haupt, Osnabrück; 13 Register und einige Spielhilfen; die brauchbaren Pfeifen der alten Orgel werden mit eingebaut.
1935 – Wände des Längsschiffes werden unterhalb der Fenster verfliest.
1937 – gleiche Verfliesung der Wände des Querschiffes; im Chorraum mit Marmor belegt.
1955 – Einbau der beiden Rundfenster im Chorraum und Ausmalung der Kirche.
1963 – Die Kirche erhält einen Vorbau in Stahl-Konstruktion als Windfang.
1964 – Einbau einer neuen Öl-Heizung.
1965 – Über der Eingangstür im Vorbau wird ein Mosaikbild angebracht.
1971 – Großrenovierung nach dem 2. vatikanischen Konzil. Orgelbodenstützen werden entfernt und Träger eingebaut; Fußboden wird erneuert, Lautsprecher eingebaut und ein neuer Altar aufgestellt. Stehtabernakel und Ambo in Bronze werden neu angeschafft. Neu-Ausmalung der Kirche in sehr schlichter Ausführung mit Überstreichen der Wandfliesen. Entfernt wurden aus der Kirche Kanzel, Kommunionbank, Chorstuhl und das Oberteil des Seitenaltars. Die teilweise sehr wertvollen Stücke wurden leider zu Brennholz gemacht.
1975 – Anbau einer neuen, vergrößerten Sakristei links des Chorraumes.
1987 – Großrenovierung. Kirche erhält einen neuen, stilgerechten Vorbau; Putzsockel außen wird rundum saniert, alle Fenster neu verbleit mit Anbringung einer Doppelverglasung, Vergrößerung der Orgelempore, Anbau eines Abstellraumes mit Schaffung eines neuen Kellerzuganges, Freilegung der 1971 übergestrichenen Wandfliesen und Ausmalung der Kirche. Die 1971 aus der Kirche entfernten Heiligenfiguren wurden insgesamt an ihren ehemaligen Plätzen wieder aufgestellt. In den Folgejahren wurden alle Figuren sukzessive fachmännisch restauriert und bei der Neubemalung die Ursprungs-Farbtöne wieder aufgetragen.
1991 – Glockenturm wird saniert und mit einem neuen Hahn ausgestattet.
1999 – Sanierung des Kirchendaches: Ausbesserung des Dachstuhles, Verbretterung des gesamten Daches und Erneuerung der Dachziegel. Der schadhafte Vierungsturm wird neu gefertigt und die Blitzableiter-Anlage erneuert.

2001 – Das frühere Oberteil des Seitenaltars wird anhand vorhandener Fotos mit den entsprechenden Holzschnitzereien originalgetreu neu gefertigt.
-2003 – Dämmung des Deckengewölbes und Neu-Ausmalung der Kirche.

Am Kirchweihfest im September 2000 feierte die Gemeinde Kneheim-Nieholte das 75-jährige Bestehen ihrer Pfarrgemeinde St. Michael.

Im Jahre 2001 wurde die Pfarreien-Gemeinschaft Lastrup-Hemmelte-Kneheim gegründet. Mit einem Begegnungsfest beim Dorfgemeinschaftshaus in Suhle wurde die Gründung gefeiert. Die Fusion der Pfarrgemeinden Lastrup, Hemmelte und Kneheim wurde am 28. Februar 2010 besiegelt.

Die seit 1995 unter Denkmalschutz stehende ehemalige Kneheimer Pfarrkirche dient nunmehr als Filialkirche St. Michael der Pfarrgemeinde St. Petrus, Lastrup.

Namen der Pfarrer der ehemaligen Pfarrgemeinde St. Michael in Kneheim:

1925 – 1934 August Meyerratken *15.06.1877 +31.05.1954
1934 – 1952 Bernhard Siemer *12.04.1887 +09.11.1955
1953 – 1973 August Gerken *17.07.1911 +17.02.1977
1973 – 1978 P. Rudolf Dierks SCJ *11.01.1914 +08.12.1978
1979 – 1987 P. Georg Haskamp SCJ *29.03.1910 +25.05.1987
1988 – 2008 P. Theodor Rolfes SCJ *13.10.1932 +25.01.2009